INDIRA VOM STAPPERWEG

17. September 2001 - 09. August 2016

Malinois Hündin

Ausbildungs-Kennzeichen: BH VPG3 O1

Züchter: Uwe Schmidt
DMC (VDH/FCI) Papiere

*kastriert* (Indikation)

Knickrute
vollst. korrektes Scherengebiss
Hüften A

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PEDIGREE SPORT ENTWICKLUNG

 

"Ein Freund ist einer, der alles von dir weiß und dich trotzdem liebt."

Indira war mein erster eigener Hund. Ich habe sie mit viezehn nach jahrelangem Betteln bekommen. Da meine Eltern schon sehr aktiv im Schutzhundesport waren, sollte ich auch einen Hund bekommen, mit dem man diesen Sport machen konnte, weil keine Zeit blieb, um mich und den Hund noch zusätzlich irgendwohin zu fahren. Und so kamen wir zu einer kleinen kompakten Malinois Hündin. Indira zog 2001 im Alter von acht Wochen zu uns. Da sie mein erster eigener Hund war, wird sie wohl immer etwas ganz Besonderes für mich sein. Sie hat mir wahnsinnig viel über Hunde, aber auch über mich selbst beigebracht! Wir haben zusammen verschiedene Sportarten und Ausbildungsarten erkundet und gelernt, was zu uns bzw. auch zu mir passt. Ich habe sie selbst ausgebildet und bin schon ein bisschen stolz, dass ich das in diesem jungen Alter durchgezogen habe. Ich habe es nie bereut, diese Verantwortung auf mich genommen zu haben. Indi hatte schon immer einen ganzen Schwarm Hummeln im Hintern, so dass ich mit der Zeit lernen musste, selber ruhig zu bleiben und sie wenn nötig runterzufahren. Das war natürlich nicht immer einfach. Erst im Alter konnte sie auch mal ausgeglichen und entspannt sein...

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Menschen liebte meine Prinzessin über alles. Sobald Besuch da war, musste sie immer dabei sein und genoss die Aufmerksamkeit. Mit Drover hat Indi viel gespielt, als er klein war, doch dann zog sie sich immer mehr von den jungen Hunden zurück. So ist sie mit Jack aber auch mit Ty nie wirklich warm geworden, da ihr das junge Gemüse wohl nur noch auf die Nerven ging. Doch sie schaffte es bis zum Schluss, den Youngsters Respekt einzuflößen und hat in Einzelfällen auch mal eine erzieherische Maßnahme für mich übernommen. 

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Bis zu ihrem siebten Lebensjahr haben Indi und ich VPG gemacht. Unser Ausbilder wollte uns beide immer gern bei der Deutschen Jugendmeisterschaft sehen, aber meine Prüfungsangst hat ihm da damals einen Strich durch die Rechnung gemacht 😉 Im Schutzdienst zeigte sich Indira immer sehr selbstbewusst und triebstark, dabei aber gut kontrollierbar, so dass sie sehr sauber gearbeitet hat und der Schutzdienst somit eigentlich immer ihre beste Disziplin war.

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Bei der Fährte hatten wir schon mal unsere Probleme, da meine Unsicherheit in Prüfungen sich sehr auf sie übertragen hat und sie mir dann schonmal  die ein oder andere Überraschung bescherte. Indi war nämlich ein wahnsinniges Sensibelchen und sehr anfällig für fremde Stimmungen. So fühlte sie sich auch überhaupt nicht wohl, wenn sich mal jemand stritt oder ein anderer Hund Ärger bekam.

Die Unterordnung war immer meine persönliche Lieblingsdisziplin und ich bin mit unserer nie zufrieden gewesen 😉 Als der Schutzhundesport dann auf unserem Platz immer rückläufiger wurde, haben wir ihn schließlich aufgegeben. Da ich aber weiter mit Indi arbeiten wollte und sie das auch sehr nötig hatte, laß ich mich zunächst selbst in andere Formen des Trainings ein und kam so zum Clickern. Zunächst war ich sehr skeptisch, Indi war "klassisch" ausgebildet worden und hatte gelernt, zu reagieren. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten war ich absolut baff, wie schnell sie kleine Tricks kapierte.

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Was die Unterordnung anging, kam ich jedoch nicht sonderlich viel weiter. Nach anfänglichem Selbststudium zum Thema Obedience suchte ich mir einen Hundeplatz, der diese Sportart anbot. Obwohl es nicht immer leicht war, Indi "umzuarbeiten" und Übungen komplett neu aufzubauen, hat sie noch RIESEN Fortschritte gemacht. Wir haben nur über Ruhe an vieeeelen Feinheiten gearbeitet, denn obwohl sie die VPG III bestanden hat, war vorallem ihre Fußarbeit - nun ja - verbesserungswürdig....So haben wir dann im "hohen Alter" noch die Obe Beginner und Klasse 1 gemeinsam gemeistert und auch die Berechtigung für die Klasse 2 geholt. Indi hat immer sehr gerne gearbeitet und war mit (Über-)Eifer bei der Sache, um mir möglichst alles recht zu machen. Sie hat sich bei der Arbeit von nichts ablenken lassen. Andere Hunde waren völlig uninteressant, so lange ich mit ihr auf dem Platz stand. Allerdings konnte sie nie gut mit Frustration und Nervosität umgehen, was es uns auf Prüfungen wirklich schwer machte.

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Leider hat das Alter Indi immer mehr zu schaffen gemacht. Sie hat Rücken- und Knie-Probleme, 2010 hatte sie einen Kreuzbandanriss und 2012 wurde eine schwere Spondylose festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich entschlossen, sie nicht mehr auf Prüfungen vorzuführen. Bis zum Winter 14/15 habe ich mit ihr aber noch weiter just for fun Obedience gemacht, um sie geistig ein wenig zu fordern. Im Mai 2015 erlitt Indi ein geriatrisches Vestibularsyndrom, von dem sie sich glücklicherweise erholte und uns noch ein schönes Jahr bescherte. Indi gehen zu lassen, war die schwerste Entscheidung meines bisherigen Lebens. Egal wann sie fiel oder fallen würde, sie würde sich immer falsch anfühlen. Kam sie zu spät, und ich habe ihr schon zu viele schlechte Tage zugemutet? Kam sie zu früh, und ich habe ihr zu viele gute geraubt?

Sie war ein definitiv ein ganz besonderer Hund mit jeder Menge Charakter. Was nicht immer einfach war. Ich habe sie sooo oft verflucht.

Und doch war sie mein erster eigener Hund. Sie hat mich mein halbes Leben begleitet. Ohne sie wäre ich ein anderer Mensch. Nicht nur was den Umgang mit Hunden angeht. Sie hat mich in so vielen Lebensphasen begleitet. Schule, Abi, Studium, Referendariat, mein erster Job. Sie war in so vielen wichtigen Momenten bei mir. Mein erster Kuss, meine Verlobung. Sie war immer da.

Alle wichtigen Momente, die noch folgen, werde ich ohne sie erleben. Und der Gedanke daran tut so weh.

Ich vermisse dich, Indi.